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Canon Reparaturservice Top oder Flop?

Wer kennt nicht das leidige Problem von defekten
Geräten, die noch in der Garantiezeit sind und einfach nicht mehr
funktionieren wollen? Worauf kommt es bei einem Gerätekauf an? Markennamen verbürgen
sich für Qualität und einen guten Service, dafür gibt man gerne etwas mehr
Geld aus. Wie unschwer zu erlesen ist, sind alle Bilder mit einer Canon DSLR
und verschiedenen Canon-Objektiven und einigen Fremdherstellern (Sigma)
entstanden. Um die Bilder in bestmöglicher Qualität zu drucken, kam so auch
ein Canon Tintenstrahldrucker der Reihe Pixma IP8500 dazu. Nachdem ich "M.
Muehlstein" einschlägige Erfahrungen mit dem Canon-Reparaturservice machen
musste, da mein Objektiv EF 28-135 IS einen Defekt in der Garantiezeit
aufwies und der Reparaturservice es auch nach dem zweiten Reparaturversuch
nicht schaffte das Objektiv vollständig zu reparieren, sowie dieses beim
dritten Einsenden austauschte, war ich nun gespannt, ob mein
Canon-Drucker kompetenter repariert wird. Der Canon Pixma IP8500, damaliger
Kaufpreis 299.- Euro (zirka 600 DM), wollte nach einem Tintenwechsel einfach
nicht mehr korrekt drucken. Das Papier wurde beim Druckvorgang geknickt und er fabrizierte
Schmierstreifen im oberen Blattbereich. Um einen korrekten Ausdruck zu
erhalten waren 5-10 Ausdrucke notwendig. In guter Erwartung schickte ich den
Drucker mit ausführlicher Fehlerbeschreibung und den Fehlausdrucken
erstmas am 13.08.2006 zum Canon-Reparaturservice (Eingangsbestätigung
16.08.2006). Am 04.09.2006 bekam ich den angeblich reparierten Drucker
zurück. Nach dem ersten Ausdruck war ich schwer enttäuscht, denn die
Schmierprobleme wurden durch die angebliche Reparatur nicht behoben, ganz im
Gegenteil, sie waren noch schlimmer als vorher. Nicht
nur, dass man einen defekten Drucker zurück bekam, es kam noch hinzu, dass
die Tintenpatronen teilweise verbraucht waren. Nach einem Anruf im 0180er
Canon-Reparaturservice wurde sogar behauptet, dass der Drucker gar nicht zum
Druckeinsatz gekommen wäre, sondern nur repariert wurde. Entweder haben sich
die Tintenpatronen von selbst entleert (Verdunstung?) oder hier lügt jemand,
denn beim Drucker war ein Service-Ausdruck auf dem stand: "Dieser Drucker
hat mehrere dieser Ausdrucke fehlerfrei gedruckt". Nun, es hilft alles
nichts, der Drucker muss nochmals in den Reparaturservice. Diesmal mit
genauer Angabe des Füllstands der einzelnen Tintenbehälter mit dem
Canon-Status-Tool. Erneutes Einschicken des Druckers am 11.09.2006 nun zu
Händen eines Mitarbeiters, mit der Hoffnung und ausdrücklichen Bitte den
Drucker erst wieder aus dem Hause zu senden, wenn dieser durch einen
kompetenten Service-Techniker repariert wurde. Am 26.10.2006 kam der Drucker
zurück, mit dem Hinweis, dass die schwarze Patrone leer ist, aber nicht nur
diese wurde im Canon-Service verbraucht. Nach dem Kauf neuer Patronen und
Austausch dieser folgte der erste Ausdruck. An die Firma Hewlett-Packard erinnerte ich
mich zu erst, als ich den erneuten schmierigen, noch schlimmeren Canonausdruck sah. Jahrelang
HP-Drucker gekauft und sogar einmal einen zur Reparatur gehabt - Service von
HP war damals sehr kompetent, schnell und freundlich. Alle meine HP-Drucker
(letzter Deskjet 970cxi) verrichteten ihre Dienste zu meiner vollsten
Zufriedenheit und nun dieser Canon-Schmierfink. Der Canon-Reparaturservice
versteht es die Kunden zur Konkurrenz zu vertreiben, keine
Kundenfreundlichkeit, kein Papier-Ersatz, keine ausgetauschten Farbpatronen
und ganz zu schweigen von den angeblich durchgeführten Reparaturarbeiten und
Testausdrucken.
In naher Zukunft erfolgt ein weiterer
Reparaturversuch, mittlerweile der Dritte. Vermutlich werden die Techniker erstmals
um das Gerät tanzen, dann wieder ein paar verschwenderische Ausdrucke machen,
um dann zu dem Entschluss zu kommen, dass man ja mal auf Verdacht irgend
etwas austauschen könne. Ein letzter Ausdruck ist wahrscheinlich nicht
nötig, sonst sind die Farbpatronen ja ganz leer und wenn der letzte
Probeausdruck schmiert, müsste man ja nochmals nach dem Gerät schauen, ach herje. Also schnell weg mit dem Gerät zum Kunden.
Fazit: Folgt in Kürze nach dem dritten
Reparaturversuch bei Canon.
In verschiedenen Fachzeitschriften werden Produkte
getestet und hoch gelobt, aber, liebe Tester, man sollte auch den
Reparatur-Service unter die Lupe nehmen und diesen in die Testergebnisse
einbeziehen, dann würden einige Markenprodukte ganz schön alt aussehen.
Spätestens nach einer Reparaturzeit von 12 Wochen und mehreren Einsendungen
wird der Kunde zum Opfer.

Erste Reparatur (Auftragsdatum 16.08.2006)

Zweite Reparatur (Auftragsdatum 28.09.2006)
Linker Blattausschnitt nach der zweiten Reparatur. Die
Schmierstellen wurden sicherheitshalber für die Service-Techniker mit
Kreisen markiert. Benutzt wurde Color-Inkjet-Papier bis 5760 dpi. Auch auf
HP-Fotopapier und normalem Inkjet-Papier schmiert der Pixma IP8500 immer
noch. Versuche die Druckqualität zu mindern "weniger Tinte auf Papier zu
drucken" blieb erfolglos. Das Papier wird ab und zu im oberen Bereich an
einer Ecke leicht geknickt. Vermutlich ist der Abstand zwischen Blattzufuhr
und Druckkopfeinheit zu gering, so dass das Blatt an die Druckkopfeinheit
anstößt, welche nicht sauber verarbeitet aussieht. Beim weiteren Anstoßen an
die Unterplatte der Einheit wird Farbe mitgenommen und gibt Schmierstreifen
(Vermutung).
03.12.2006 - Zur Zeit, nach 50 fehlerhaften
Ausdrucken, scheint der Drucker durch einen erneuten Patronenwechsel zu
funktionieren. Man darf gespannt sein, wie lange diese Funktionalität
anhält. Sollte dies nicht von langer Dauer sein, darf sich der Canonservice
über meinen Drucker erneut erfreuen.
25.11.2006 Muehlstein |